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BOS

Unbemannte Flugsysteme sind im BOS-Bereich aufgrund ihres großen Mehrwertes deutlich auf dem Vormarsch und die zahlreichen Vorteile in verschiedensten Einsatzbereichen treiben die Implementierung in den Einsatzalltag immer weiter voran. Auf die technische Entwicklung und die unverkennbaren Vorteile wird bereits verstärkt mit entsprechender Budgetierung reagiert und die Anwendung der UAVs durch Sonderregelungen unterstützt.

Die seit April gültige neue Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten weist den Weg für die künftige Nutzung von Multirotor-Systemen durch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und die Integration der Systeme in den Luftraum.

Laut §21a Absatz 2 entfällt die Erlaubnispflicht für den in Absatz 1 genannten Betrieb von z.B. unbemannten Luftfahrtsystemen mit mehr als 5kg Startmasse oder den Betrieb bei Nacht sowie der ab 1.10.2017 geforderte Kenntnisnachweis für Fluggeräte mit mehr als 2kg Startmasse.

Die grundsätzlich geltenden Flugverbote, die in §21b genannt werden (beispielsweise für den Betrieb über Bundesfernstraßen), sind für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ebenfalls aufgehoben.

Als Voraussetzung gilt laut Verordnung für Behörden, dass der Betrieb zur Erfüllung ihrer Aufgaben stattfindet. Bei Organisationen mit Sicherheitsaufgaben muss der Einsatz im Zusammenhang mit Not- und Unglücksfällen oder Katastrophen stehen.
 

Personensuche und Rettung

Gerade bei Feuerwehren, Bergwachten, THW und der Polizei ist der fliegende Einsatz von Wärmebildkameras kaum mehr wegzudenken. Aus der Luft sind Personen bei ausreichend großem Temperaturunterschied ausgezeichnet erkennbar und erleichtern die Suche vor allem in unwegsamem Gelände enorm.

Dabei kann man auch Personen, die durch locker stehende Bäume teilweise verdeckt oder durch Rauch eingehüllt sind, nicht zuletzt durch die verschiedenen Perspektiven schnell ausfindig machen. Über verschiedene Brennweiten wird das Kamerasystem an die gewünschte Einsatzdistanz angepasst, so dass auch auf sehr große Distanzen Personen ausfindig gemacht werden können.
 

Einsatz im Brandschutz

Feuerwehren nutzen Drohnen sowohl mit Tageslichtkameras als auch mit Wärmebildsensoren. Mit Thermalkameras kann über den Livestream auf Tablets oder Monitore am Boden schnell der eigentliche Brandherd festgestellt werden und Gerätschaften direkt zur Bekämpfung an die idealen Positionen dirigiert werden. Auch kleinste Glutnester, die ohne die Wärmebildtechnik nur schwer gefunden werden können, werden über die gewünschte Farbpalette deutlich sichtbar dargestellt. Wärmebildkameras können auch durch Rauch hindurch kompaktere Wärmequellen detektieren, was wiederum das Auffinden eingeschlossener Personen erleichtert.

Mit RGB-Kameras können zusätzlich hochauflösende Fotos und Videos zur Dokumentation des Einsatzes und von Gebäudeschäden etc. aufgezeichnet werden.
 

Katastrophenschutz und Rettungshilfe

Auch Rettungskräfte schätzen mittlerweile die Verwendung von Multikoptern, da gerade bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Bränden, Lawinen etc. sowohl eine ausreichende Dokumentation der entstandenen Schäden als auch insbesondere eine optimale Einsatzkoordinierung erforderlich ist. Personen in Notsituationen können unabhängig von meist begrenzt verfügbaren Helikoptern schnell lokalisiert werden, beispielsweise wenn sich Menschen bei Überschwemmungen auf höher gelegene Positionen retten müssen. Die Dammwache aus der Luft schafft den entscheidenden Zeitvorteil, falls ein drohender Einbruch noch abzuwenden ist oder um notfalls Bereiche zu evakuieren.

Die Luftaufnahmen unterstützen dabei nicht nur akut im Ernstfall. Im Nachgang können anhand von Orthofotos Vermessungen durchgeführt und 3D-Geländemodelle erstellt werden, welche zum Beispiel nach einem Erdrutsch wertvolle Daten liefern. Schlussendlich kann mithilfe dieser Visualisierung auch der Wiederaufbau bzw. die Rekonstruktion erleichtert werden.
 

Einsatzoptimierung

UAVs mit Kamera stellen die ideale Unterstützung bei der Optimierung von Einsätzen dar. Zum einen kann das Livebild aus der Luft in Echtzeit und in HD-Qualität direkt zum Piloten aber auch gleichzeitig in den Einsatzleitwagen übertragen werden. Die Koordinierung von Personal und Gerätschaften wird dadurch wesentlich verbessert und der Einsatz wird deutlich effizienter durchgeführt. Auch potentielle Gefahrenquellen für Bodenpersonal oder Zivilisten können durch den zusätzlichen Blickwinkel erkannt und vermieden werden.

Nicht nur im Ernstfall bietet der Livestream aus der Luft entscheidende Vorteile, sondern auch bei Übungen. Zusätzlich können Einsätze über das gleichzeitig aufgezeichnete Videomaterial in 4K-Qualität hervorragend ausgewertet und analysiert werden.
 

Überwachungsaufgaben mit Zoomkamera

Die Überwachung von Objekten und Personen ist ein weiterer Verwendungsbereich für unbemannte Flugsysteme, der diese hauptsächlich für Polizeiaufgaben hochinteressant macht. Die schnelle Einsatzbereitschaft und einfachste Bedienbarkeit für die Perspektive aus der Luft sind hier die entscheidenden Vorteile. Während der Multikopter mithilfe des mittlerweile standardmäßig verbauten GPS-Moduls positionsgenau schwebt, kann sich das Bodenpersonal voll auf das Zielobjekt und das Livebild konzentrieren. Alle Multikopter-Modelle des Marktführers DJI sind mit einer enorm leistungsfähigen HD Bildübertragung in Echtzeit ausgestattet, die das aktuell von der Kamera erfasste Bild in bis zu Full HD Qualität mit geringer Latenz zum Boden sendet. Auf Wunsch wird der Bildausschnitt gleichzeitig in deutlich höherer Qualität in verschiedenen Auflösungen aufgezeichnet, je nach Kameratyp bis hin zu 5,2K.

Koptersysteme wie der DJI M600 in Kombination mit der Hochleistungs-Zoomkamera Zenmuse Z30 sind perfekt für derartige Einsätze geeignet. Die Kamera zeichnet sich durch ihre einzigartige Bedienbarkeit aus, mit der eine gezielte Objekterfassung in verschiedenen Zoomstufen ganz einfach per Touchscreen ermöglicht wird. Dank der bis zu 30fachen optischen Vergrößerung bei dennoch unvergleichbarer Bildstabilität kann die Drohne dabei so weit vom Zielobjekt entfernt bleiben, dass sie akustisch und optisch unerkannt bleibt. Trotz einer Entfernung von etlichen 100 Metern können beispielsweise Personen noch problemlos ausfindig gemacht und beobachtet werden.
 

Unfalldokumentation

Häufig ist der Hergang bei Verkehrsunfällen unklar und muss aufwendig rekonstruiert werden. Mit einem Multikopter werden Rettungsdienst und Polizei per Livebild bei der Bergung von Verletzten unterstützt und der Verkehrsfluss kann schneller wiederhergestellt werden. Hochauflösende Luftfotos helfen bei der Klärung der Schuldfrage und liefern ergänzendes Material für Gutachter und Versicherungen.